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Geologische Übersicht über die Region des Geoparks

Die heutige Geländegestaltung verdankt der Raum des Geoparks vor allem dem weichselkaltzeitlichen Inlandeis. Die gestaltenden Kräfte von Gletschereis, Schmelzwasser und Wind haben eine Fülle charakteristischer Landschaftsformen entstehen lassen.
In den Phasen verstärkten Abschmelzens wurden die frisch abgesetzten Gesteinspakete durchspült und das grobe Material in Form mächtiger Blockpackungen hinterlassen. Das feinere Material, wie Kies und Sand, wurde durch die abfließenden Schmelzwässer im Vorland des Eises zu mächtigen Sandern aufgeschüttet.


Betrachtet man nur das Gebiet im Umfeld des Geoparks, dann kann auf engem Raum ein einzigartiger landschaftlicher Formenschatz erkundet werden. Bewaldete Höhenzüge, steile Anhänge und breite, flache Niederungen mit Mooren sowie kleine und größere Seen unterstreichen die Vielgestaltigkeit der Landschaft, prägen die besondere Schönheit und Eigenart.


Bei einem differenzierten Blick auf die Landschaft lassen sich die Grundformen der Glazialen Serie unterscheiden.


Die Höhenzüge der Endmoränen entstehen am Rand eines zum Stillstand gekommenen Gletschers. Bei längerem Verharren der Gletscher und durch das abfließende Schmelzwasser verbleiben die größeren Geschiebesteine als so genannte Blockpackungen. Diese Blockpackungen mit einer Mächtigkeit bis zu mehreren Metern wechseln häufig mit Schichten aus Sanden, Kiesen und Geschiebemergel.


Im Rückland der Endmoräne verblieb nach Abschmelzen des Gletschers die Grundmoräne. Sie besteht aus einem Gemenge aus Ton, Schluff, Sand, Kies, Steinen und Blöcken. Aus diesen Substraten haben sich fruchtbare Böden entwickelt, die meist landwirtschaftlich genutzt werden. Wichtige Landschaftselemente in den Grundmoränen sind die sehr zahlreichen abflusslosen Senken (Sölle) und die talartigen Abflussrinnen.


Die Sander bestehen aus vom Schmelzwasser vor der Endmoräne abgelagerten Kiese und Sanden. Sanderlandschaften fallen relativ flach in Form einer schiefen Ebene von der Endmoräne in Richtung der Urstromtäler ab. Bei einer Kombination von Wald und Seen besitzen diese Landschaften auch für den Erholungssuchenden ihre besondere Attraktivität.


Urstromtäler sind Entwässerungsbahnen, die die starken Schmelzwässer von den Haupteisrandlagen abführten. Der Boden der Urstromtäler ist häufig aus dem mitgeführten Material, Sand und Kies aufgebaut. Jedoch existieren auch lehmige und steinige Abschnitte.
Große Täler und Niederungen vervollständigen das Spektrum der charakteristischen landschaftlichen Grundformen des Tieflandes.


Drumlins sind längliche Hügel von tropfenförmigem Grundriss, deren Längsachse in der ehemaligen Bewegungsrichtung der Gletscher liegt. Die stromlinienförmigen Körper wurden durch den Gletscher geformt.


Kames sind in den Senken abgelagerte Sande, Kiese und Steine, die nach dem Abschmelzen der Gletscher als flache Hügel erhalten blieben. Kames sind südlich von Biesenthal anzutreffen.
Oser sind lang gestreckte Wälle, die sich als sandig-kiesige Ablagerungen aus Schmelzwasserläufen zwischen den Gletscherspalten und –rinnen ergossen. Oser sind in der nördlichen Uckermark relativ weit verbreitet und einzelne Oser finden sich in südlichen Bereichen des Landkreises Barnim.


Glaziale Rinnen entstanden beim Abfließen der starken Schmelzwässer. Da nach dem Abtauen der Gletscher der Wasserabfluss ausblieb, sind heute in diesen Tälern nur sehr kleine oder meist auch gar keine Fließgewässer anzutreffen.


Binnendünen können sich sehr abrupt aus ihrer Umgebung erheben. Sind die Binnendünen bedeckt, kommt es kaum noch zu Verlagerungen. Als ausgesprochen dünenreich gelten Sander und Urstromtäler. Zahlreiche, heute bewaldete Binnendünen befinden sich zwischen Groß Schönebeck und Joachimsthal.


Die flachen Zungenbeckenseen in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Gletscherrandes und im Rückland der Endmoränen entstanden in den von den Gletschern ausgeschürften Hohlformen. Sie sind abflusslos und neigen auf Grund ihrer geringen Tiefe zur Verlandung und Vermoorung.
Die Rinnenseen wurden längs von Spaltensystemen des Inlandeises angelegt. Es handelt sich um langgestreckte, meist tiefe Gewässer mit einem Abfluss ins nächste Urstromtal.


Die Kesselseen von über einem Hektar sind entstanden, nachdem ein im Untergrund verschütteter großer Toteiskörper vollständig geschmolzen war und sich das Wasser in der rundum geschlossenen Hohlform sammelte.


Die Sölle, Seen unter einem Hektar, können als kleine Verwandte der Kesselseen bezeichnet werden. Sie erfüllen wichtige Funktionen im Wasserhaushalt der Landschaft und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.


Die Faltenseen, eine geologische Besonderheit, entstanden beim Zusammenschieben einer Grundmoräne in gefrorenen Zustand durch spätere Gletscher. Es entstanden auf diese Weise quer zur Gletscherfließrichtung liegende, schmale Seebereiche, die von ebenfalls schmalen Landrücken getrennt sind.

   

Soll
Foto: Dr. H. Domnick

 

Besichtigung der Kiesgrube Althüttendorf

 

Drumlin bei Brodowin
Foto: Dr. H. Domnick

 

Blick vom Vossberg auf den Haussee

 

Grimnitzsee (Zungenbeckensee) und Werbellinsee (Rinnensee)

 

Oser bei Prenzlau
Foto: Dr. H. Domnick

 

Zeugen der Eiszeit

 

 

 

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