Der Grumsin

Der Geopark Eiszeitland am Oderrand und das Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin


Am 25. Juni 2011 hat das Weltnaturerbekomitee der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur)in Paris beschlossen die alten Buchenwälder Deutschlands in die Weltnaturerbeliste aufzunehmen. Die Buchenwälder des Grumsin nahe Groß-Ziethen, seit 20 Jahren ein nicht mehr bewirtschafteter Wald, stehen seit dem neben den Buchenwäldern bei Serrahn (Mecklenburg- Vorpommern), Jasmund ( Mecklenburg- Vorpommern), Heinich (Thüringen) Kellerwald-Edersee (Hessen) als Naturerbe in Deutschland, als zum weltweit größten zusammenhängenden Tieflandbuchenwald gehörend, unter Schutz.

Der Buchenwald Grumsin ist mit 560 Hektar Teil der Kernzone des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. In ganz Europa war die Buche vor etwa 10 Millionen Jahren weit verbreitet. Mit dem Vordringen des Inlandeises zur Zeit der Weichsel Kaltzeit hatte sie sich nach Süd- und Westeuropa bis hinter die Alpen zurückgezogen.

Nach dem Ende der Weichsel- Kaltzeit, im heutigen Holozän, etwa 5.000 Jahre v. u. Ztr. kehrte langsam die Buche mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 3- 4 km im Jahr wieder in ihre ehemaligen Gebiete zurück.

Heute ist man nach dem Fund des Eiszeitmenschen "Ötzi", bei dem Bucheckern als Wegzehrung gefunden wurden, der Meinung, dass der Mensch zur Verbreitung der Buche nördlich der Alpen beigetragen hat.

Buchenwälder und buchenreiche Mischwälder entstanden auf den kalkhaltigen, basenreichen Böden der Endmoräne, so in Grumsin auf den Endmoränen der Pommerschen Eisrandlage.
Etwa 7.400 Jahre vor heute folgte die Eichenmischwaldzeit mit Linde, Ulme und Esche die aus den eisfreien Gebieten Westeuropas wieder einwanderten. Aus südosteuropäischen Gebieten folgten Fichte und Tanne. Als Letzte siedelten sich die Wärme liebenden Holzarten Buche, Tanne und Fichte in Mitteleuropa an. In der Eisenzeit ( etwa 7400 Jahre vor heute) bildeten sich im Flachland und im Mittelgebirge buchenreiche Mischwälder und im Alpenraum Fichtenwälder.

Die Buche ist in Deutschland die wichtigste Laubholzart. Sie stockt auf etwa 19 % unserer Waldflächen. Die Buche besiedelt bevorzugt kalkreiche Böden und das norddeutsche Moränengebiet. Die mit Rotbuche bestockten Flächen im Grumsiner Waldgebiet werden in drei Waldgesellschaften unterteilt: Auf den ärmeren Standorten kommt die Buche als Schattenblumen - Buchenwald, bei Vorhandensein mittlerer Nährstoffe als Waldmeister-Buchenwald und auf Böden mit reicher Nährstoffausstattung als Flattergras - Buchenwald- Gesellschaft vor.
Neben der Buche ist im Grumsin ein hoher Anteil von Eichen und Bergahorn anzutreffen. Auch Winterlinde und Kiefer gedeihen im Grumsin. Auf Grund der verbreitet vorhandenen eiszeitlich entstandenen Seen und Moore, wie dem großen Bebersee, dem Brackensee, dem Buckowsee und den drei Schwarzen Seen ist auch die Roterle häufig anzutreffen.

 

Schwarzer See im Forst Grumsin

 

 

Spechtlöcher

Spechtlöcher in einer abgestorbenen Buche

 

Steine im Grumsin

Steine die das Eis uns brachte

 

Blick in den Grumsin

Blick in den Forst Grumsin

 

 

geführte Tour durch das UNSECO Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin